Das Johannesevangelium
Die bereits in den ältesten Textzeugnissen (s. Abbildung) vorhandene Überschrift "Evangelium nach Johannes" nennt (einen) Johannes als Verfasser des Evangeliums. Im Text des Evangeliums selbst wird ein Jünger Jesu hervorgehoben als der "Jünger, den Jesus liebte" (Joh 19,26 und 21,20-24). Von diesem wird in Joh 19,25-27 gesagt, dass er unmittelbar bei der Kreuzigung zugegen war. Außerdem wird in diesem Zusammenhang den Augenzeugen des Geschehens eine besondere Zeugnisfunktion beigemessen (Joh 19,35). Am Ende des Evangeliums in Joh 21,24 benennt der Text den Lieblingsjünger ausdrücklich als seinen Autor:
Das ist der Jünger, der von diesen Dingen zeugt und der dies geschrieben hat; und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist.
Die christliche Tradition hat diesen namenlosen Jünger mit dem Apostel Johannes identifiziert, da von den drei Jüngern, die Jesus nach dem übereinstimmenden Zeugnis der Evangelien besonders nahe standen – Petrus, Jakobus, Johannes – Jakobus schon im Jahr 44 getötet wurde (Apg. 12,2) und Petrus ausdrücklich von dem Lieblingsjünger unterschieden wird (Joh 13,15f; 21,20).
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