Das Unbekannte20.06.09
Wenn uns jemand davon erzählt, dass es etwas Unbekanntes gibt, wie reagieren wir darauf? Vielleicht etwas verärgert? Man möchte immer über alles Bescheid wissen und nicht mit dem Faktor X rechnen müssen. Das Unbekannte ist auch fremd und Fremdes, macht es nicht auch etwas Angst - Angst vor dem Fremden und Unbekannten? Wie sollen wir nun mit dem umgehen, was wir nicht wissen können? Einfach ausklammern, ignorieren oder Theorien darüber entwickeln, wie es sein könnte? Der Atheist sagt es gibt keinen Gott. Macht er es sich nicht zu einfach und wie sieht sein Lebensplan dann aus? Der Glaube daran, dass es kein Jenseits und kein Ewiges Leben gibt, führt zu einer erbärmlichen Denkweise, weil der Tod immer näher rückt und was kann man schon alles ausleben, warum sollte es man überhaupt ausleben, besteht darin ein Sinn, möglichst viel Geld verdient, viele Kinder gezeugt, gesellschaftliche Geltung erlangt zu haben, seinen Trieben möglichst frei nachgegangen zu sein? Alles weltliche Denken endet damit, dass das Ego im Tod sein wird, als wäre es nie gewesen sein, zumindest für einen subjektiv, denn das subjektive Empfinden ist dann ausgelöscht.
Oder ist es so wie die Weltreligionen davon sprechen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt und jeder einmal in dieses Unbekannte eintritt, wovor es dann kein zurück mehr gibt. Im Tode werden wir dann schlauer sein als der größte Philosoph. Wandelt sich der irdische Mensch mit seinem irdischen Körper wie eine Raupe zum Schmetterling, dem Menschen im Jenseits?
"In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn's nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten?" (Joh 14,2)
Absolute Freiheit17.06.09
Ein Wolfsrudel lebte unter widrigen Bedingungen in der Kälte und hatte Mühe Beutetiere zu reißen. Das Alphatier war ein Männliches und durfte als einziges die weiblichen Tiere begatten. Nun änderten sich die Bedingungen. Das Wetter wurde mäßiger und ein Überfluß von Beutetieren war nun verfügbar. Also vermehrten sich die Wölfe und auch die anderen männlichen Wölfe und nicht nur das Alphatier durften sich nun fortpflanzen. Den Wölfen ging es inzwischen nicht mehr darum schlichtweg satt zu werden, sondern der Anspruch auf Macht, Dominanz und Auslebung der Libido wurde durch die geänderten Umweltbedingungen nur noch angestachelt. Nun wir Menschen sind keine Tiere auch keine Wölfe, wenn auch der Satz “Homo homini lupus” gesagt wurde. Und so sind wir auch mehr und mehr Beherrscher unserer Triebwelt oder nicht? Wie ergibt sich jetzt die wahre Freiheit des Menschen, indem er seinen Trieben entsprechen kann und sie ausleben kann, oder indem er einen Bewußtseinszustand entwickelt hat, in dem die Auslebung der Triebe keine große Rolle mehr spielt? Gerade aber das Erleben von exotischem Urlaub, Kaufen von außergewöhnlichen Luxusgegenständen und Leben in einer Villa mit Dienstpersonal scheint vielen Menschen erstrebenswert. Ja, noch ein wenig prominent sein und bewundert werden, das wäre es. Mancher möchte auch besonders Stolz auf seine Kinder sein, damit er hier ausleben kann, was ihm selbst verwehrt war. Wo ist hier die Freiheit des Menschen, wenn er nicht erkennt, in welchem Trieb- und Bedürfnisschema er lebt und dass er für sich gar nicht die Möglichkeit gefunden hat, sich daraus zu erheben.
Himmlischer Lohn22.02.09
(Lk 16,8-9) Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; - Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.
In der Finanzkrise fragt man sich, was die verantwortlichen Banker von ihrem so volksschädlich eingehandelten Geld haben. Egoismus versus Altruismus. Eigenliebe versus Nächstenliebe. Ein reicher Mann stirbt und kommt in den Himmel. Dort fragen sie ihn: Was sollen wir hier mit deinen Millionen machen? Vielleicht Monopoly damit spielen? Lk 16,8 lehrt uns den richtigen Umgang mit Geld. Es soll nämlich den Menschen dienen, der gesamten Volksgemeinschaft dienen. Jeder soll zu essen haben, Wohnung haben, Arbeitsplatz haben etc.. Keiner soll frieren müssen. Schaffet euch Freunde heißt doch, den menschlichen Umgang fördern, die menschlichen Beziehungen fördern. Nicht brutal um den Eigennutz kämpfen, egal dass der Globus in eine Wirtschaftskrise stürzt. Diejenigen, die vor der Krise kräftig verdient haben und inzwischen längst ihre Schäfchen ins Trockene gebracht haben, erwartet sicherlich der dazu passende himmlische Lohn. Die Gerechtigkeit wird walten, es sei denn, jemand bereut. Möglichkeiten das Geld sinnvoll einzusetzen gibt es genug, ich denke z.B. an Ärzte ohne Grenzen, Unicef oder Misereor.
Abgeschlossene heile Welt29.12.08
Das Bedürfnis der Menschen an Sicherheit, Beständigkeit und einfachen Aussagen ist groß. Die Welt ist ja so groß und vielfältig und die intellektuelle Auseinandersetzung über Glaubensfragen so schmerzhaft, wenn man erkennen muss, dass hier große Uneinigkeit herrscht. Gibt es mehrere große Weltreligionen und selbst im Christentum viele Splittergruppen, Schismata. Wie geht das zusammen mit dem Wunsch einfache, sichere Aussagen zu bekommen, besonders wenn man selbst ein etwas unsicherer Typus ist? Da liegt es doch nahe zu sagen “sola scriptura” allein der biblische Text ist gültig und darüber hinaus will ich nichts wissen. Doch es gilt auch “timeo lectorem unius libri” - ich fürchte den Leser, der nur ein einziges Buch liest. Das Spiel zwischen neuen Informationen, die durch Verifikation und Falsifikation sondiert werden, bietet die Möglichkeit seine inneren Haltungen und Interpretationsvorstellungen zu den Texten der Bibel immer wieder zu revidieren und so sich mehr und mehr Stücke der objektiven Wahrheit zu erkämpfen. Die eschatologische Erwartung ist ein Beispiel, dass man nachbessern muss. Dass man einmal dachte, die Erde bewege sich nicht und umkreise die Sonne nicht (Galileo Galilei), weil man die Aussagen der Genesis naturwissenschaftlich und nicht nach dem theologischen sinnlichen Aussagewert deutete, ist ein weiteres Beispiel. Haben wir heute doch noch Theologen aus der Jäger- und Sammlerzeit und wir haben Hans Küng, der sagt, die Darwinsche Evolutionslehre und die biblischen Aussagen der Genesis wären durchaus vereinbar. Sollten wir uns nun der moderen Forschung und gesamt dem, was aktuell an den Unis gelehrt wird, öffnen oder in die Gedankenwelt vor 3000 Jahren zurückkehren in eine abgeschlossene, heile Welt, nur um unserem Sicherheitbedürfnis zu dienen? Muss wohl jeder für sich selbst ausmachen. Auf dem Ozean des Nichtwissens gibt es nur eine kleine Insel des Wissen und selbst diese ist infrage zu stellen.
Was wissen wir schon? Allein der Glaube bleibt. So handeln wir mit Glaubensdogmata, Theorien und Wahrscheinlichkeitsberechnungen so wie es unserem beschränkten Vermögen erkennen zu können entspricht.
Kampf gegen sich selbst11.12.08
Die Psychologie kennt den Begriff Projektion. Dem Wesen nach geht es um die Stelle: “Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge …” (Mt 7,3). Unbewußt signalisiert scheinbar unser Gewissen uns, dass etwas nicht in Ordnung ist. Diese eigene unschöne Eigenschaft/Verhalten sehen wir jedoch nicht an uns selbst, sondern an den anderen Menschen in unserer Umgebung, ärgern uns vielleicht über sie. Dahinter steckt, dass mit uns selbst etwas nicht in Ordnung ist. Jedoch bieten die Projektionen, wenn man sie zu lesen versteht, eine gute Möglichkeit unserem Fehlverhalten, das wir subjektiv nicht direkt erkennen, auf die Schliche zu kommen. Es lohnt sich deshalb die Projektion zu lesen und feinfühlig erkennen zu lernen.
“Denn sie wissen nicht, was sie tun …” heißt es an anderer Stelle. Mögen wir uns selbst mehr und mehr erkennen und unser eigenes Verhalten und Denken durchschauen. Die Selbsterkenntnis ist auch Teil der Gewissenserforschung vor der Beichte.
Subjektivität06.12.08
Aller religiöser Weg erschließt eine Veränderung der Subjektivität. “Wer die Hände an den Pflug legt und zurücksieht, ist nicht geeignet für das Reich Gottes.” Lk 9,62 Dieser christliche Weg ist bewährt durch die vielen Menschen die uns vorausgegangen sind - die Heiligen - und durch die Sicht auf Jesu Leben, wie wir es im Evangelium nachlesen können. Es ist ein Einlassen auf etwas Unbekanntes, das sich erst im Beschreiten dieses Weges mehr und mehr entschleiert. Jeder lebt in seiner subjektiven Welt, in die ein anderer mit einem Meßgerät schwer hineinsehen kann. Viele, die darum nicht wissen gehen davon aus, dass der andere subjektiv genauso empfindet wie sie selbst. Das ist aber nicht so.
Im Glauben und in jeder Suggestion der Gebete verändert sich nach und nach die Welt in der Nachfolge Jesu. Wir werden nie der Meister sein, aber wir können ihm ähnlich werden. Der Weg Jesu kostet nichts und er gibt alles. Er gibt das Leben per se. “Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten.” Lk 9,24
Die Wette28.11.08
Der Agnostiker sagt: Vielleicht gibt es keinen Gott, Genaues weiß man nicht. Und so denkt er mit dem Tod ist das Leben zu Ende, also kommt es nur auf das Leben vor dem Tod an, das so lustvoll, karrierereich wie möglich sein sollte. “Holen wir aus dem Leben heraus, was nur geht, die Interessen des Mitmenschen sind ein notwendiges Übel” (Weisheit Salomo 2,6) “Die glauben, es gäbe ein Leben nach dem Tod, können nur das Ende der eigenen Existenz nicht ertragen, wahrhaben und trösten sich mit einer Lüge darüber hinweg, doch ich sehe die Wahrheit.”
Hingegen der Christgläubige glaubt an das Leben nach dem Tod, an ein ewiges Leben, auf das es am Ende einzig ankommt. Wir lieben den Mitmenschen aus innerer Überzeugung und Gottes Gebot (Das goldene Gebot) heraus.
“Wichtig ist, was im Leben von Bestand ist und das, was wir in das ewige Leben mit hinüber nehmen können.” Wir glauben an eine Person: Jesus. An seine Worte, die Jesusworte. Darin liegt eine göttliche Offenbarung, die über das menschliche Denken hinausgeht, über unsere eigene Begrenztheit hinaus geht. Die subjektive Erkenntniswelt des Menschen ist sehr begrenzt, man weiß das z. B. aus der Wahrnehmungs-Psychologie.
So schließe ich nun eine Wette ab auf das Ewige Leben. Ich wette, dass es das Ewige Leben gibt und dass derjenige, der sein Denken und Glauben auf Jesu Worte stützt und an Ihn glaubt, das ewige Leben hat.
Im Tode dann entscheidet sich, wer nun richtig geglaubt hat, doch schon im Leben vor dem Tod: Wie übel geht es dem, der nichtgläubig schon altersschwach oder von Krankheit gezeichnet keine Lebensqualität hat: Wie groß muss seine Depression sein.
In das Unsichtbare hineinsehen28.11.08
“Wir glauben an die sichtbare und unsichtbare Welt.” “Da sich der Keim der Ewigkeit, den er in sich trägt, nicht auf bloße Materie zurückführen läßt, kann seine Seele ihren Ursprung nur in Gott haben.” (kath. Katechismus 33)
Wie kann der Mensch in das Mysterium sehen, wenn es doch nicht begreifbar, messbar, im Menschlichen Erkenntnishorizont durchdenkbar ist?
“Der Mensch ist das schauende Wesen, dem der Raum seiner Existenz durch den Raum seines Sehens und Greifens abgesteckt scheint. Aber in diesem Raum seines Sehens und Greifen, der den Daseinsort des Menschen bestimmt, kommt Gott nicht vor und wird er nie vorkommen, wie sehr auch immer dieser Raum ausgeweitet werden mag. Ich glaube, es ist wichtig, dass im Prinzip diese Aussage im Alten Testament gegeben ist: Gott ist nicht nur der, der jetzt tatsächlich außerhalb des Sehfeldes liegt, aber so, dass man ihn sehen könnte, wenn es möglich wäre weiterzugehen; nein, er ist der, der wesentlich außerhalb davon steht, wie sehr unser Blickfeld auch immer ausgeweitet werden wird. Damit zeigt sich aber nun ein erster Umriss der Haltung, die das Wörtchen “Credo” meint. Es bedeutet, dass der Mensch Sehen, Hören und Greifen nicht als die Totalität des ihn Angehenden betrachtet, dass er den Raum seiner Welt nicht mit dem, was er sehen kann, abgesteckt ansieht, sondern eine zweite Form von Zugang zum Wirklichen sucht, die er eben Glauben nennt, und zwar so, dass er darin sogar die entscheidende Eröffnung seiner Weltsicht überhaupt findet. Wenn es aber so ist, dann schließt das Wörtchen Credo eine grundlegende Option gegenüber der Wirklichkeit als solcher ein; es meint nicht ein Feststellen von dem und jenem, sondern eine Grundform, sich zum Sein, zur Existenz, zum Eigenen und zum ganzen des Wirklichen zu verhalten. Es bedeutet die Option, dass das nicht zu Sehende, das auf keine Weise ins Blickfeld rücken kann, nicht das Unwirkliche ist, sondern dass im Gegenteil das nicht zu Sehende sogar das eigentlich Wirkliche, das alle übrige Wirklichkeit Tragende und Ermöglichende darstellt.” (Zitat Ratzinger Einführung Christentum)
Demnach kann auch der, der seinen eigenen Homunculus kennt, der seine Pforten der Wahrnehmung und die Selektion innerhalb der Wahrnehmung erkannt hat, nicht direkt das Sehen, was er sich so sehnlich wünscht.
Über die Steigerung des Selbstwertgefühls28.11.08
Viele sind sich dessen nicht bewußt, was ihren Motiven zugrunde liegt. Sie sind sich ihrer selbst und folglich daraus auch ihrer Motive nicht bewußt. Vielen Motiven des Menschen liegt der innere immer andauernde Wunsch nach der Steigerung des Selbstwertgefühls zugrunde. Z.B. die Eltern möchten stolz auf die Anzahl und Ausbildung ihrer Kinder sein. “Seht was ich in diesem Arbeitsleben schon geschaffen habe”. “Verdienste für das Vaterland habe ich errungen.” “Ich bin Vorgesetzter.” “Ich bin der Ältere.” “Ich habe die bessere Ausbildung und Qualifikation”. “Ich bin verheiratet und habe viele Kinder großgezogen.” “Ich habe schon viele Länder bereist und mit den dortigen Anwohnern in deren Landessprache gesprochen.” “Ich bin gut im Bett”. Die Liste könnte man noch weiter führen, doch ich denke es ist jetzt schon klar, dass dem Menschen innerhalb dieses weltlich getriebenen Denkens immer das sich selbst Beweisende zugrunde liegt.
Um dieses ureigenste Bedürfnis zu Deckeln ist uns jedoch das Bewußtsein um die Existens Gottes, dass wir aus ihm hervorgingen, in ihm geborgen sind und in ihn hineinsterben zu einem ewigen Leben ein Herausreisen aus diesem irdischen Denken.
Das himmlische Denken ist uns ein Lebensborn.
Allein, dass Gott uns in seiner Liebe geschaffen hat und uns erhält kann schon ein großes Selbstwertgefühl in uns schaffen. Evozieren wir: “Du hast uns gegründet in Deiner Weisheit geschaffen, ich bin sehr wertvoll, weil Du mich ansiehst und trägst, der Du unendlich größer bist als ich. Bin ich denn nur Sternenstaub und doch Dein Kind, das Du täglich liebst und annimmst in Deiner unendlichen Güte.”
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