Nag Hammadi
Das Evangelium der Wahrheit (NHC I,3)
Das sogenannte Evangelium der Wahrheit (Evangelium Veritatis) ist ein als Teil der als Nag-Hammadi-Schriften
bekannten Sammlung gnostischer Texte. Dort erscheint es als dritte Schrift des 1. Kodex (NHC I,3) und umfasst
Blatt 16, Zeile 31 bis Blatt 43, Zeile 24. Die Schrift erscheint im Kodex I ohne Titel, entsprechend antikem
Gebrauch wurden die ersten Worte ("Das Evangelium der Wahrheit ist ein Frohlocken...") als Titel angenommen,
wobei der Begriff Evangelium hier wörtlich als frohe Botschaft zu lesen ist.
Inhaltlich ist es kein Evangelium, sondern ein homiletischer, also predigtähnlicher Text mit abwechselnd
belehrenden und ermahnenden Abschnitten.
Die darin enthaltene Anklänge und Begriffe der valentinianischen Gnosis legen eine Identifizierung mit dem
bei Irenäus (haer. III 1,9) erwähnten Evangelium der Wahrheit nahe. In diesem Fall muss der Text um 150 n.Chr.
entstanden sein. (Quelle: Wikipedia)
* * *
(Einleitung) (16.31) Das Evangelium der Wahrheit ist ein Frohlocken
für die, die vom
Vater der Wahrheit die Gnade empfangen haben, ihn zu erkennen durch die Kraft des Wortes,
das gekommen ist aus (35) dem Pleroma,
das im Denken und im Verstand des Vaters ist,
das der ist, den man Erlöser nennt,
es ist der Name für das Werk, das er vollbringen wird zur Erlösung derer, die (17.1) den Vater nicht kannten,
wobei der Name [des] Evangeliums die Offenbarung der Hoffnung ist,
es ist das Finden für die, die nach ihm suchen.
(Die Hervorbringung und Rolle des Irrtums) Denn als (5) das All
nach dem suchte, aus
dem es gekommen war -- und das All war in ihm, dem Unbegreifbaren, Undenkbaren, der über jedes Denken erhaben
ist --, (10) hat die Unwissenheit über den Vater Angst und Schrecken erzeugt. Und die Angst hat sich verdichtet
wie ein Nebel, so daß niemand sehen konnte. Deswegen wurde der Irrtum (15) stark. Er arbeitete an seiner
Materie im Leeren (= ohne Erfolg), weil er die Wahrheit nicht kannte. Er war beschäftigt mit einem Gebilde,
während er sich mit Kraft und (20) Schönheit bemühte, den Ersatz für die Wahrheit zu bereiten.
Dies war keine Erniedrigung für ihn, den Unbegreifbaren, Undenkbaren, denn sie waren nichts, die Angst und
das Vergessen und das Gebilde (25) der Lüge, während die feststehende Wahrheit unveränderlich ist,
unerschütterlich ist, etwas vollkommen Schönes ist. Verachtet deswegen den Irrtum! Auf diese Weise (30)
hat er keine Wurzel; er entstand in einem Nebel hinsichtlich des Vaters, während er dabei war, Werke und
Vergessenheiten und Schrecken zu bereiten, damit er durch diese die (in) (35) der Mitte (Befindlichen)
herunterziehe und sie gefangennehme.
Das Vergessen des Irrtums war nicht offenbar. Es ist nicht ein (18.1) [...] durch den Vater. Das Vergessen
ist nicht entstanden bei dem Vater, obwohl es seinetwegen entstanden ist. Was dagegen in ihm entsteht, ist
das Wissen, (5) das offenbar wurde, damit das Vergessen aufgelöst und der Vater erkannt werde. Da das Vergessen
enstand, weil man den Vater nicht kannte, wird dann, wenn (10) der Vater erkannt wird, von diesem Augenblick
an das Vergessen nicht mehr existieren.
(Über Jesus und sein Erlösungswerk) Dies ist das Evangelium dessen, nach dem man sucht,
welches geoffenbart *wurde* denen, die vollkommen sind durch die Gnadenerweise (15) des Vaters, das verborgene
Mysterium, Jesus Christus. Durch dieses hat er die erleuchtet, die in Finsternis waren durch das Vergessen.
Er erleuchtete sie; er zeigte (ihnen) einen Weg. (20) Dieser Weg aber ist die Wahrheit, die er sie lehrte.
Deswegen hat der Irrtum seinen Zorn gegen ihn erhoben, er hat ihn verfolgt, er hat ihn gequält, er hat
ihn vernichtetgif. Er wurde an ein Holz genagelt, (und) er (25) wurde eine Frucht der Erkenntnis des
Vaters, die kein Verderben brachte, wenn man sie aß. Diejenigen aber, die sie aßen -- er veranlaßte, daß
sie sich freuen in dem Findengif. Denn er (30) fand sie in sich, und sie fanden ihn in sich.
Der Unbegreifbare, der Undenkbare, der Vater, der Vollkommene, der das All geschaffen hat -- in ihm ist
das All, (35) und an ihm hat das All Mangel. Obwohl er seine Vollkommenheit, die er dem All nicht gegeben
hatte, in sich zurückgehalten hatte, ist der Vater nicht neidischgif. Denn welcher Neid könnte (40) zwischen
ihm und seinen Gliedern seingif? ( 19.1) Denn wenn dieser Äon so ihre [Vollkommenheit empfangen] hätte,
hätten sie es nicht vermocht zu kommen [...] zum Vater. Er hält in sich selbst ihre Vollkommenheit zurück,
(5) indem er sie ihnen gibt als eine Rückkehr(--Möglichkeit) zu ihm und als ein vollkommenes, einzigartiges
Wissen. Er ist derjenige, der das All schuf, und in ihm ist das All, und das All hatte Mangel (10) an ihm.
Wie jemand, in bezug auf den einige unwissend sind, wollte er, daß sie ihn erkennen und ihn lieben, so --
(15) denn an was könnte das All Mangel haben außer an dem Wissen um den Vater? -- wurde er ein Wegweiser,
ruhig und ausdauernd. In den Schulen trat er auf (und) er sprach (20) das Wort wie ein Lehrer. Es kamen
welche, die sich für weise hielten, wobei sie ihn auf die Probe stelltengif. Er aber beschämte sie, denn
sie (25) waren leer. Sie haßten ihn, denn sie waren nicht wirklich weise.
(Über die Offenbarung als Buch und den Tod Jesu und seine Folgen) Nach
allen diesen
Dingen kamen auch die kleinen Kinder, die, zu denen (30) das Wissen um den Vater gehört. Nachdem sie
gefestigt worden waren, lernten sie die Erscheinungweisengif des Vaters kennen. Sie kannten, sie wurden
erkannt; sie wurden geehrt, sie ehrten. Es wurde offenbart in ihrem (35) Herzen das lebendige Buch der
Lebenden, das geschrieben steht in dem Denken und dem Verstand (20.1) [des] Vaters, welches vor der Grundlegung
des Alls in seiner Unbegreifbarkeit gewesen ist -- das, das niemand wegnehmen kann, (5) da es für den
niedergelegt ist, der es wegnehmen und der geschlachtet werden wird. Niemand hätte offenbar werden können
von denen, die an die Rettung glaubten, wenn nicht dieses Buch erschienen wäre. (10) Deswegen war der
erbarmungsvolle, treue Jesus geduldig, indem er die Leiden ertrug, bis er das Buch genommen hatte, weil er
wußte, daß sein Tod Leben für viele ist.
(15) Wie das Vermögen des verstorbenen Hausherrn verborgen ist in einem Testament, bevor es geöffnet ist,
so (verhält es sich) mit dem All, welches verborgen blieb, wobei der Vater der Alls (20) unsichtbar war,
wobei er etwas war, das aus sich selbst existierte, durch den jeder Weg hervorkam. Deswegen trat Jesus in
Erscheinung; er zog jenes Buch an; (25) er wurde an ein Holz genagelt; er schlug an die Verfügung des Vaters
an das Kreuz. Oh, welch große und erhabene Lehre! Er erniedrigte sich bis zum Tod, obwohl das ewige
Leben (30) ihn bekleidet. Nachdem er die vergänglichen Lumpen abgelegt hatte, zog er (die)
Unzerstörbarkeit an, welche ihm niemand nehmen kann. Nachdem er hineingegangen war (35) auf die leeren
Wege der Schrecken, ging er an denen vorbei, die entblößt waren durch Vergessen, wobei er Wissen und
Vollendung war, wobei er verkündete die Dinge, die in dem Herzen waren, (21.1) [...] [...] die lehren,
welche die Lehren annehmen werden. Die aber, welche die Lehren annehmen, [sind] die Lebendigen, die
eingeschrieben sind in das Buch (5) der Lebenden.
Es ist allein ihretwegen, daß sie (die) Lehre empfangen, wobei sie sie vom Vater empfangen, wobei sie wieder
zu ihm zurückkehren. Da die Vollkommenheit des Alls im Vater ist, (10) ist es für das All nötig, zu ihm
aufzusteigen. Dann, wenn jemand hat (das) Wissen, empfängt er die Dinge, die ihm gehören, und zieht sie
zu sich. Denn der, der (15) unwissend ist, hat Mangel, und das, woran er Mangel hat, ist eine große Sache,
denn er hat Mangel an dem, was ihn vollkommen machen soll. Da die Vollkommenheit des Alls im Vater ist,
(20) ist es für das All nötig, zu ihm aufzusteigen, und für jeden (ist es nötig), die Dinge, die ihm
gehören, zu empfangen. Er hat sie vorher aufgeschrieben,
wobei er sie vorbereitet hat, um sie denen zu geben, (25) die aus ihm hervorgekommen sind.
Diejenigen, deren Namen er im voraus wußte, wurden bis zuletzt gerufen, so daß einer, der (das) Wissen hat,
derjenige ist, dessen Namen vom Vater (30) ausgesprochen wurde. Denn der, dessen Name nicht ausgesprochen
wurde, ist unwissend. Wie nun kann jemand hören, wenn sein Name nicht ausgerufen worden ist? Denn der, der
(35) unwissend ist bis zum Ende, ist ein Gebilde des Vergessens, und er wird mit ihm zusammen zugrunde
gehen. Wenn nicht, warum ist es so, daß diese Elenden (22.1) keinen Namen haben, (warum ist es so), daß sie
den Ruf nicht (erhalten) haben? Deswegen ist einer, wenn er (das) Wissen hat, von oben. Wenn er gerufen
wird, (5) hört er, antwortet er und wendet sich zu dem, der ihn ruft, und steigt zu ihm auf. Und er erkennt,
in welcher Weise er gerufen wird. Weil er (das) Wissen hat, tut er (10) den Willen dessen, der ihn gerufen
hat, er wünscht, ihm zu gefallen, er empfängt Ruhegif. Der Name des Einen kommt ihm zu. Der, der auf diese
Weise erkennen wird, weiß, woher er kommt (15) und wohin er gehtgif. Er erkennt wie jemand, der, indem er
betrunken war und von seiner Trunkenheit ernüchtert worden (und) wieder zu sich selbst zurückgekehrt ist,
das in Ordnung gebracht hat, (20) was das Seine ist.
Er brachte viele aus dem Irrtum zurück. Er ging ihnen voran zu ihren Wegen, von denen sie sich entfernt hatten,
als sie den Irrtum annahmen, (25) wegen der Tiefe dessen, der jeden Weg umfaßt, ohne daß es etwas gibt, was
ihn umfaßt. Es war ein großes Wunder, daß sie im Vater waren, wobei sie ihn nicht kannten, und (daß) sie (30)
in der Lage waren, allein hervorzukommen, da sie unfähig waren, den, in dem sie waren, (im Verstand)
aufzunehmen oder zu kennen. Denn wenn sein Wille nicht in dieser Art von ihm ausgegangen wargif -- , (35)
denn er offenbarte ihn in einem Wissen, wobei alle seine Emanationen mit ihm verbunden waren.
Dies ist das Wissen des lebendigen Buches, das er offenbarte den ( 23.1) Äonen am Ende als [seine Buchstaben],
indem er offenbarte, wie sie keine Vokale waren noch (5) Konsonanten, so daß jemand sie lesen und an etwas
Eitles denken könnte, sondern sie sind Buchstaben der Wahrheit, welche allein die sprechen, (10) die sie
kennen. Jeder Buchstabe ist ein vollständiger *Gedanke* wie ein vollständiges Buch, weil sie Buchstaben sind,
die geschrieben wurden von (15) der Einheit, wobei der Vater sie aufgeschrieben hat für die Äonen, damit
durch diese seine Buchstaben sie den Vater erkennen.
(Hymnus auf das Wort) Indem seine Weisheit um (20) das Wort bemüht ist,
wobei seine Belehrung es ausspricht, hat sein Wissen *es* offenbart.
Während sein Schutz eine Krone auf ihm ist,
(25) wobei seine Freude mit ihm verbunden ist,
hat seine Herrlichkeit es erhoben,
seine Gestalt hat es geoffenbart,
seine Ruhe hat (30) es in sich empfangen,
seine Liebegif hat einen Körper aus ihm gemacht,
seine Treue hat es umfangen.
In dieser Weise geht das Wort des Vaters (35) hinaus in das All,
als die Frucht ( 24.1) seines Herzens und eine Erscheinungsweise seines Willens.
Aber es trägt das All;
es erwählt sie (pl.)
und empfängt wiederum (5) das Abbild des Alls,
wobei es sie rettet, wobei es sie zurück in den Vater bringt,
in die Mutter,
Jesus von unendlicher Süße.
(Die Offenbarung einigt) Der Vater offenbart (10) seine Brust. Seine Brust aber ist
der Heilige Geist. Er offenbart, was verborgen ist an ihm -- was verborgen ist an ihm, ist sein Sohn -- , so
daß durch (15) die Erbarmungen des Vaters die Äonen ihn erkennen und aufhören, sich abzumühen in der Suche
nach dem Vater, indem sie in ihm ruhen und wissen, (20) daß dieser die Ruhe ist. Nachdem er den Mangel
auffüllte, hat er die Gestalt (sc. des Irrtums) aufgelöst. Dessen Gestalt ist die Welt, in der er Knecht
war. (25) Denn der Ort, wo Neid und Streit ist, ist im Mangel. Aber der Ort, wo Einheit ist, ist vollkommen.
Da der Mangel entstanden ist, weil der (30) Vater nicht bekannt war, deswegen wird, wenn der Vater bekannt
ist, von diesem Zeitpunkt an der Mangel nicht länger existieren. Wie jemandes Unwissenheit, wenn er
gekommen (35) ist zur Erkenntnis, sich selbst auflöst, nämlich seine Unwissenheit, wie die Dunkelheit sich
auflöst, wenn das Licht erscheint, ( 25.1) so löst sich auch der Mangel auf in Vollkommenheit. So ist von
diesem Augenblick an die Gestalt nicht mehr offenbar, (5) sondern wird sich auflösen in der Verbindung
mit der Einheit, denn nun sind ihre Werke niedergelegt, wobei sie gleich sind, zu der Zeit, in der die
Einheit (10) der Wege vollkommen wirdgif. In der Einheit wird jeder einzelne sich selbst empfangen; im
Wissen wird er sich selbst retten von der Vielheit in (15) die Einheit, indem er die Materie in sich
selbst -- einer Flamme gleich -- verzehrt, und (wie) die Finsternis durch Licht, der Tod durch Leben
(verzehrt) wird.
Wenn nun diese Dinge geschehen sind (20) einem jeden von uns, dann müssen wir vor allem darauf achten, daß
das Haus (= die Kirche?) heilig sei und ruhig für die Einheit. (25) (Es gleicht) Menschen, die aus Orten
ausgezogen sind, wobei sie Gefäße hatten, die an einigen Stellen nicht gut waren. (30) Wenn sie sie
zerbrechen würden, würde der Hausherr keinen Schaden leiden. Vielmehr freut er sich, denn anstelle der
schlechten Gefäße gibt es volle Gefäße, die (35) zur Vollkommenheit gelangen. Denn dies ist das Gericht,
welches gekommen ist ( 26.1) von oben. Es hat jeden gerichtet; es ist ein gezücktes Schwert, mit zwei
Schneiden, das nach dieser und jener Seite haut. Als das (5) Wort erschien, das im Herzen derer ist, die
es aussprechen -- es ist nicht allein ein Laut, sondern es wurde ein Körper --, entstand eine große
Verwirrung unter (10) den Gefäßen, denn einige wurden entleert, andere gefüllt. Denn siehe -- einige sind
versorgt worden, andere sind ausgegossen worden, einige sind gereinigt worden, während (15) andere
zerbrochen wurden. Alle Wege wurden erschüttert und verwirrt, denn sie hatten weder Festigkeit noch Bestand.
Der Irrtum war verwirrt, weil er nicht wußte (20), was er tun sollte. Er war betrübt, in Wehklagen sich
selbst quälend, weil er nichts wußte. Als das Wissen sich ihm genähert hatte -- dies (25) ist die Vernichtung
(des Irrtums) und aller seiner Emanationen --, ist der Irrtum leer (geworden), so daß er nichts mehr in sich hat.
Die Wahrheit kam in die Mitte (=wurde offenbar); und alle ihre Emanationen erkannten sie. (30) Sie begrüßten
den Vater in Wahrheit mit einer vollkommenen Kraft, die sie mit dem Vater vereinigte. Denn wie in bezug auf
jeden, der die Wahrheit liebt -- die Wahrheit ist nämlich der Mund (35) des Vaters; seine Zunge ist der
Heilige Geist --, wird der, der verbunden ist ( 27.1) mit der Wahrheit, verbunden mit dem Mund des Vaters
durch seine Zunge, wann immer er den Heiligen Geist empfängt, (5) weil dies das Offenbarwerden des Vaters
ist und seine Enthüllung zu seinen Äonen.
(Die Offenbarung bringt wirkliches Sein) Er offenbarte, was verborgen war an
ihm; er erklärte es. Denn wer umfaßt, (10) wenn nicht der Vater allein? Alle Wege sind seine Emanationen.
Sie erkannten, daß sie aus ihm hervorgekommen sind wie Kinder aus einem vollkommenen (= erwachsenen)
(15) Menschen. Sie erkannten, daß sie weder eine Form noch einen Namen empfangen hatten, (von) denen der
Vater jeden einzelnen gebiert. (20) Indem sie den Antrieb durch sein Wissen empfangen -- obwohl sie wahrhaft
in ihm sind --, erkennen sie ihn (doch) nicht. Aber der Vater ist vollkommen, wobei er (25) alle Wege kennt,
die in ihm sind. Wenn er will, offenbart er das, was immer er will, indem er ihm eine Form gibt und ihm
einen Namen gibt; und er gibt ihm einen Namen (30), und er veranlaßt, daß sie entstehen; bevor sie
entstehen, sind sie unwissend in bezug auf den, der sie hervorgebracht hat.
Ich sage nicht, daß (35) die, die noch nicht entstanden sind, nichts sind, sondern sie existieren (28.1) in
dem, der wünschen wird, daß sie entstehen, wenn er es will, wie der Zeitpunkt, der im Begriff ist zu kommen.
(5) Bevor alle diese Dinge erscheinen, weiß er, was er hervorbringen wird. Aber die Frucht, die noch
nicht offenbar ist, weiß nichts, noch (10) tut sie irgendetwas. So nun, jeder Weg, der im Vater ist,
stammt von dem ab, der ist, der ihn festgesetzt hat (15) aus dem, was nicht ist. Denn der, der weder
eine Wurzel hat noch eine Frucht, obwohl er bei sich selbst denkt: ,(20) Ich bin entstanden`, wird
vielmehr zerstört werden durch sich selbst. Deswegen wird der, der überhaupt nicht existiert, auch nicht
entstehen. Was nun (25) will er, daß er denke? (Etwa) dies: ,Ich bin entstanden wie die Schatten und
Phantome der Nacht.`? Wenn das Licht auf die Furcht leuchtet (30), die jener erfahren hat, erkennt jener,
daß sie nichts ist.
So waren sie unwissend in bezug auf den Vater, da er der war, ( 29.1) den sie nicht sahen. Da es Furcht und
Verwirrung und Haltlosigkeit und Zweifel und (5) Trennung gab, waren viele Phantasiegebilde am Werk durch
diese, und (es gab) leere Unsinnigkeiten, als ob sie im Schlaf versenkt wären (10) und sich in verwirrenden
Träumen befänden. Entweder (ist da) ein Ort, zu dem sie fliehen, oder sie kommen ohne Kraft, nachdem sie
andere verfolgt haben, oder sie sind verwickelt in (15) Handgemenge, oder sie empfangen selber Hiebe, oder
sie sind von hohen Orten hinabgefallen, oder sie heben ab in die Luft, obwohl sie keine Flügel haben. (20)
Wiederum, manchmal (ist es, als) wenn Menschen sie schlachten, obwohl niemand sie verfolgt, oder sie selbst
ihre Nächsten umbringen, denn sie haben sich befleckt mit (25) deren Blut. Wenn diejenigen, die durch alle
diese Dinge gegangen sind, aufwachen, sehen sie nichts, (das sind) diejenigen, die mitten (30) in all
diesen Verwirrungen waren, denn sie (sc.\ die Verwirrungen) sind nichts. Dies ist die Art derer, welche die
Unwissenheit von sich geworfen haben (35) wie Schlaf, indem sie sie nicht für irgendetwas erachteten. Auch
erachteten sie seine anderen ( 30.1) Werke nicht für beständige Dinge, sondern sie ließen sie hinter sich
wie einen Traum in der Nacht. Das (5) Wissen des Vaters ermessen sie als Licht. In dieser Art und Weise
hat jeder gehandelt, als er schlief zu der Zeit, da er unwissend war. (10) Und dies ist die Art, wie er
*gekommen ist zur Erkenntnis*, als ob er aufgewacht wäre. Gut für den Menschen, der zu sich zurückkehren wird
und aufwachen wird! Und (15) gesegnet ist der, der die Augen eines Blinden geöffnet hat.
(Die Offenbarung macht die Rückkehr zum Vater möglich) Und der Geist lief ihm nach,
wobei er sich beeilte, ihn aufzuwecken. Nachdem er dem seine Hand gereicht hatte (20), der auf dem Boden lag,
richtete er ihn auf seine Füße, denn er hatte sich noch nicht aufgerichtet. Er gab ihnen (sc. den Menschen)
die Möglichkeit, (25) das Wissen über den Vater und die Offenbarung seines Sohnes zu erlangen. Denn als
sie ihn gesehen und gehört hatten, gewährte er ihnen, ihn zu kosten und (30) zu riechen und den geliebten
Sohn anzufassen.
Nachdem er erschienen war, indem er sie über den unbegreiflichen Vater belehrte, nachdem er in sie gehaucht
hat, (35) was in dem Gedanken ist, indem er seinen Willen getan hat, als viele das Licht empfangen hatten,
wandten sie sich ( 31.1) zu ihm. Denn die Hyliker waren Fremdegif und haben seine Erscheinung nicht gesehen
und haben ihn nicht erkannt. Denn er kam (5) mittels einer Fleischgestalt, wobei nichts seinen Gang hinderte,
weil die Unverderblichkeit unaufhaltsam istgif. Da er wiederum (10) in neuen Worten sprachgif -- seit er
über das sprach, was im Herzen des Vaters ist --, brachte er das untadelige Wort hervor.
Während das Licht durch seinen Mund gesprochen hat, (15) wie auch seine Stimme, die Leben gebar, gab er ihnen
Denken und Verstehen und Erbarmen und Errettung und den kraftvollen Geist aus der Grenzenlosigkeit (20) und
die Süße des Vaters. Nachdem er die Bestrafungen und Geißeln aufhören ließ -- denn sie waren es, die einige
von seinem Angesicht weg (in die Irre) führten, die das Erbarmen nötig hatten, die in (25) dem Irrtum und
in Fesseln waren --, löste er sie beide auf mit Kraft und vernichtete sie durch die Erkenntnis.
Er wurde ein Weg für die, die in die Irre gelaufen waren,
(30) und ein Wissen für die, die unwissend waren,
ein Finden für die, die suchten,
eine Stärkung für die, die wankten,
eine Makellosigkeit für die, die (35) beschmutzt waren.
(Jesus als Hirte) Er ist der Schafhirte, der die
neunundneunzig ( 32.1) Schafe verließ,
die nicht in die Irre gelaufen warengif. Er kam, er suchte nach dem einen, das in die Irre gelaufen war. Er
freute sich, als er es fand, denn neunundneunzig (5) ist eine Zahl, die in der linken Hand ist, die sie hält.
Aber wenn die eins gefunden wird, geht die ganze Zahl über auf die Rechte. Wie (10) das, dem das eine
fehlt -- das ist die ganze rechte (Hand)-- an sich zieht das, was mangelhaft ist und es von der linken
Handseite nimmt und (es) zu der (15) rechten (Handseite) bringt, ebenso wird die Zahl einhundertgif. Die
Bedeutung dessen, der in ihrer Stimme ist: Es ist der Vater. Selbst am Sabbat arbeitete er für das Schaf,
das er in die (20) Grube gefallen fandgif. Er gab dem Schaf Leben, indem er es aus der Grube zog, damit
ihr innerlich wißt -- (38) ihr, die Söhne des inneren (39) Wissensgif -- was der Sabbat ist, an dem es
nicht angemessen ist, (25) für die Erlösung untätig zu sein, damit ihr sprecht von dem Tag oben, der
keine Nacht hat, und von dem Licht, (30) das nicht untergeht, weil es vollkommen ist.
(Paränese) Sagt nun aus dem Herzen, daß ihr der vollkommene Tag
seid und daß in
euch das unverderbliche Licht wohnt! (35) Sprecht über die Wahrheit mit denen, die sie suchen, und (über)
die Erkenntnis mit denen, die in ihrem Irrtum Sünde begangen haben! ( 33.1) Macht fest den Fuß derer, die
gestrauchelt sind, und streckt eure Hände aus zu denen, die krank sind! Speist die, die hungrig sind, und
(5) gebt Ruhe den Geplagten, und richtet die auf, die aufstehen wollen, und weckt die, die schlafen! Denn
ihr seid die Klugheit, die gestärkt ist. Wenn (10) die Stärke so handelt, dann wird sie noch stärker. Seid
beschäftigt mit euch selbst, seid nicht beschäftigt mit anderen Dingen, die ihr von euch entfernt habt!
(15) Kehrt nicht zu dem zurück, das ihr erbrochen habt, um es zu essen! Seid keine Motten! Seid keine
Würmer, denn ihr habt es bereits abgeschüttelt! Werdet nicht ein (20) (Wohn--)Ort für den Teufel, denn ihr
habt ihn bereits zerstört! Stärkt nicht (die, die sind) eure Hindernisse, die hingefallen sind, wobei sie
Abfall sind! Denn der Gesetzlose ist jemand, den man (25) schlechter behandeln muß als den Gesetzestreuen.
Denn jener tut seine Werke als Gesetzloser; dieser (handelt,) wie ein gesetzestreuer Mensch seine (30)
Werke bei anderen tut. Ihr nun, tut den Willen des Vaters, denn ihr stammt von ihm ab!
(Offenbarung ist Anziehung) Denn der Vater ist süß, und in
seinem Willen ist das,
was gut ist. (35) Er hat Kenntnis genommen von den Dingen, die eure sind, damit ihr euch in ihnen ausruht.
Denn durch die Früchte erkennt man die Dinge, die euer sind, denn die Kinder des Vaters ( 34.1) sind sein
Duft, denn sie stammen aus der Gnade seines Antlitzes. Deswegen liebt der Vater seinen Duft und offenbart
ihn (5) an jedem Ort; und wenn er vermischt ist mit der Materie, gibt er seinen Duft zu dem Licht, und in
seiner Ruhe bewirkt er, daß er jede Gestalt (und) jedes Geräusch übertrifft. Denn es sind nicht die Ohren,
die (10) den Duft riechen, sondern (es ist) der Geist, der die Wahrnehmungseigenschaft des Riechens hat
und den Duft zu sich zieht und eintaucht in den Duft des Vaters, so daß er (15) ihn behütet und ihn zu
dem Ort nimmt, wo er herabgekommen ist, von dem ursprünglichen Duft, welcher kalt geworden ist. Es ist
etwas in einem seelischen Gebilde, wobei er (20) wie kaltes Wasser ist, das gefroren ist (?) und welches
sich auf lockerer Erde befindet, von der die, die sie sehen, meinen, daß es Erde ist. Nachher löst es
(sc. das Wasser?) sich (25) wieder auf. Wenn ein Lufthauch es zieht, wird es heiß. Die kalten Düfte nun
stammen aus der Trennung. Deswegen kam der Glaubegif; er löste die Trennung auf, (30) und er brachte das
warme Pleroma der Liebe, damit das Kalte nicht wiederkomme, sondern damit die Einheit des vollkommenen
Gedankens entstehe.
(35) Dies *ist* das Wort des Evangeliums des Findens der Vollendung für die, welche auf ( 35.1) die Rettung,
die von oben kommt, warten. Während ihre Hoffnung, in der sie warten, wartet -- deren Ebenbild (5) das
schattenlose Licht ist --, dann ist zu dieser Zeit das Pleroma im Begriff zu kommen. Der *Mangel* der Materie
ist nicht entstanden durch (10) die Grenzenlosigkeit des Vaters, der kommt, um dem Mangel Zeit zu geben,
wenngleich niemand sagen könnte, daß der Unvergängliche in dieser Weise kommen werde. Aber (15) die Tiefe
des Vaters wurde viel, und der Gedanke des Irrtums existierte nicht in ihm. Es ist eine Sache, die vergeht,
es ist eine Sache, die ruht und sich (wieder) aufrichtet, (20) wenn sie den findet, der zu ihm gekommen ist,
den er zurückbringen will. Diese Rückkehr nennt man nun Bekehrung.
Deswegen (25) hauchte die Unvergänglichkeit aus; sie verfolgte den, der gesündigt hatte, damit er Ruhe finde. Denn
die Vergebung ist das, was übrigbleibt für das Licht in dem Mangel, das Wort des Pleroma. (30) Denn der Arzt eilt
zu dem Ort, wo Krankheit ist, weil das der Wille ist, der in ihm ist. Der, der einen Mangel hat, verbirgt ihn
also nicht, denn der (eine) hat das, was (35) dem (anderen) fehlt. So ist das Pleroma, das keinen Mangel hat,
aber den Mangel auffüllt, das, was er ( 36.1) gegeben hat von sich, um das aufzufüllen, was ihm ermangelt,
damit er nun die Gnade empfange. Denn als er mangelhaft war, hatte er keine (5) Gnade. Deshalb war Minderes
an dem Ort, wo keine Gnade ist. Als das Mindere nun ergriffen wurde, offenbarte er das, was (10) Mangel hatte,
indem es (nun) ein Pleroma war. Dies ist das Finden des Lichtes der Wahrheit, die ihm aufleuchtet, denn es
ist unveränderlich.
Deswegen sprach Christus in ihrer (15) Mitte, damit die, die in Verwirrung geraten waren, eine Rückkehr erlangten
und er sie salbe mit der Salbunggif. Die Salbung ist das Erbarmen des Vaters, der Erbarmen mit ihnen haben wird.
Diejenigen jedoch, die er gesalbt hat, (20) sind die, die vollkommen geworden sind. Denn die vollen Gefäße sind
die, die man zu salben pflegt. Aber wenn die Salbung sich bei einem auflösen wird, ist sie leer. Und die (25)
Ursache dafür, daß es mangelhaft wird, ist die Sache, von dem seine Salbung weggeht. Denn zu dieser Zeit zieht
ein Hauch es, etwas durch die Kraft dessen, das in ihm ist. (30) Denn von dem, der keinen Mangel hat, wird
kein Siegel abgelöst noch etwas ausgegossen, sondern das, woran er Mangel hat, füllt der vollkommene Vater
wieder auf. (35) Er ist gut. Er kennt seine Pflanzungen, denn er ist derjenige, der sie in seinem Paradies
gepflanzt hat. Sein Paradies nun ist sein Ort der Ruhe.
(Rückkehr ereignet sich durch den Willen und den Namen des Vaters) Dies
( 37.1) ist die Vollkommenheit in dem Denken des Vaters, und dies sind die Worte seiner Überlegung. Jedes von seinen
Worten (5) ist das Werk seines einzigen Willens in der Offenbarung seines Wortes. Seit sie Tiefen in seinem
Denken sind, hat das Wort, welches zuerst hervorgekommen ist, sie geoffenbart (10) zusammen mit einem Verstand,
der spricht, das eine Wort in schweigender Gnade. Er wurde ,das Denken` genannt, da sie in ihr (sc. der Gnade)
waren, bevor sie offenbart wurden. (15) Es geschah aber, daß er zuerst hervorging zu der Zeit, als es dem
Willen dessen, der wollte, gefiel. Und der Wille ist es, in dem der Vater (20) ruht und an dem er Gefallen hat.
Weder geschieht etwas ohne ihn, noch geschieht etwas ohne den Willen des Vaters, sondern sein Wille (25) ist
unerforschbargif. Seine Spur ist der Wille; und niemand wird ihn kennen, und es ist für niemanden möglich,
ihn zu prüfen, um ihn zu erfassen. Sondern (30) wenn er will, was er will, ist dies -- auch wenn das Sehen
ihnen in keiner Weise gefällt vor Gott -- der Wunsch des Vaters. Denn er kennt den (35) Anfang von ihnen
allen und ihr Ende. Denn an ihrem Ende wird er sie ins Angesicht fragen. Das Ende aber ist das Empfangen
des Wissens über den, der verborgen ist: Dieser aber ist der Vater, ( 38.1) der, aus dem der Anfang gekommen
ist, zu dem alles zurückkehren wird, was aus ihm entstanden ist. (5) Und sie sind in Erscheinung getreten
zur Ehre und zur Frohlockung seines Namens.
Der Name des Vaters aber ist der Sohngif. Er ist es, der dem zuerst einen Namen gab, der aus ihm hervorgegangen
ist, wobei er er selbst ist, (10) und er gebar ihn als Sohn. Er gab ihm seinen Namen, der zu ihm gehörte; er
ist derjenige, zu dem alles gehört, was bei ihm ist, der Vater. Sein ist der Name; (15) sein ist der Sohn. Es
ist möglich für ihn, gesehen zu werden. Der Name jedoch ist unsichtbar, denn er allein ist das Geheimnis des
Unsichtbaren, (20) das zu (den) Ohren kommt, die vollständig gefüllt sind mit ihm durch ihn. Denn der Name des
Vaters wird nicht genannt, sondern er ist offenbar durch (den) Sohn. In dieser Weise nun ist der Name etwas Großes.
(25) Wer nun ist es, der in der Lage ist, für ihn einen Namen auszusprechen, den großen Namen, wenn nicht der
allein, zu dem der Name gehört, und die Söhne des Namens, in denen (30) der Name des Vaters ruhte, (die)
andererseits selbst in seinem Namen ruhten? Da der Vater ungeworden ist, ist er allein derjenige, der ihn sich
als Namen geboren hat, (35) bevor er die Äonen erschaffen hatte, damit der Name des Vaters sei über ihren
Häuptern als Herr, das ist der ( 39.1) Name in Wahrheit, welcher feststeht in seinem Befehl durch die
vollkommene Kraft. Denn der Name gehört weder zu den Worten, noch (5) gehört sein Name zu den Benennungen,
sondern er ist unsichtbar. Er gab ihm allein einen Namen, weil nur er allein ihn sieht (und) weil er allein
(10) die Kraft hat, ihm einen Namen zu geben. Denn der, der nicht existiert, hat keinen Namen. Denn was für
einen Namen soll man dem geben, was nicht existiert? (15) Aber der, der existiert, existiert auch zusammen
mit seinem Namen, und er allein kennt ihn, und er allein (weiß) ihm einen Namen zu geben. Es ist der Vater.
Der Sohn (20) ist sein Name. Er hat ihn also nicht in einem Gegenstand verborgen, sondern er existierte.
Dem Sohn allein hat er einen Namen gegeben. Der Name nun ist der des Vaters, (25) wie der Name des Vaters
der Sohn ist. Wo nun wird die Barmherzigkeit einen Namen finden, wenn nicht beim Vater?
Ganz sicher wird jemand sagen (30) zu seinem Gefährten: ,,Wer ist es, der dem, der vor ihm existierte, einen
Namen geben wird, als ob nun die Gezeugten nicht empfangen einen Namen ( 40.1) von denen, die *sie* gezeugt
haben?`` Zunächst nun ist es angebracht für uns, die Sache zu bedenken: Was (5) ist der Name? Es ist der
Name in Wahrheit. Es ist ja nicht der Name des Vaters, denn er ist der, welcher der Name im eigentlichen
Sinn ist. Er empfing nun den Namen nicht (10) als Darlehen wie andere, in der Weise, wie jeder mit ihm
versehen wird, sondern dies ist der Name im eigentlichen Sinn. (15) Es gibt niemand andern, der ihn ihm gab.
Sondern er *ist* unbenennbar, unbeschreibbar bis zu der Zeit, als der Vollkommene ihn selbst aussprach.
(20) Und er ist der, der die Kraft hat, seinen Namen zu sagen und ihn zu sehen.
(Die Rückkehr führt zur Ruhe im Vater) Als es ihm nun gefiel,
daß sein Name (25), der geliebt ist, sein Sohn sei, und er ihm den Namen gab, ihm, der aus der Tiefe gekommen
war, da sprach er über seine Geheimnisse, da er wußte, daß der Vater ohne Bosheit ist. (30) Deswegen brachte
er ihn hervor, damit er spreche über den Ortgif und seinen Ruheplatz, aus dem er hervorgekommen war, ( 41.1)
und damit das Pleroma preise die Größe seines Namens und die Süße des Vaters. Über den Ort, aus dem jeder
einzelne hervorgekommen ist, (5) wird er sprechen und zu jenem Ort, wo er seine Aufstellung empfangen hat,
eilen, um wieder zurückzukehren und hinweggenommen zu werden von dem Ort -- dem Ort, wo er (10) sich
befand --, weil er geschmeckt hat den Ort und Nahrung erhalten hat und Wachstum erhalten hat. Und sein
eigener Ruheplatz ist das Pleroma.
Deswegen sind (15) alle Emanationen des Vaters Pleromata, und die Wurzel aller seiner Emanationen ist in
dem einen, der sie alle aus sich heraus wachsen ließ. Er gab ihnen (20) ihre Bestimmungen. Jeder von ihnen
ist offenbar, damit durch ihren eigenen Gedanken *...*. Denn der Ort, zu dem sie ihre Gedanken senden,
jener Ort, ihre Wurzel, ist das, was sie hinaufträgt in alle Höhen zu dem Vater. Sie besitzen sein Haupt,
welches Ruhe für sie ist, (30) und man steht ihnen bei, indem sie ihm nahe sind, so daß sie sagen, daß sie
Anteil an seinem Gesicht genommen hätten durch die Umarmungen. (35) Aber sie werden nicht offenbar ( 42.1)
in dieser Weise, denn sie haben sich nicht über sich selbst erhoben. Weder haben sie den Ruhm des Vaters
herabgesetzt, noch dachten sie über ihn (5) gering, noch (dachten sie), daß er bitter sei, (noch dachten
sie,) daß er zornmütig sei, sondern (sie dachten über ihn, daß) er ein Wesen ohne Bosheit sei,
unerschütterlich, süß, wobei er alle Wege kennt, bevor sie entstanden sind, und (10) er hat keinen Bedarf
an Belehrung.
Das ist die Weise derer, die (etwas) von oben aus der unermeßlichen Größe besitzen, wie sie (15) warten
auf den einen allein und den Vollkommenen, der für sie da ist. Und weder steigen sie hinab in die Unterwelt,
noch haben sie Neid noch (20) Murren noch Tod in sich, sondern sie ruhen in dem, der (in ihnen) ruht, indem
sie keine Mühe haben oder verdreht sind um (25) die Wahrheit herum. Vielmehr sind sie selbst die Wahrheit;
und der Vater ist in ihnen, und sie sind im Vatergif, wobei sie vollkommen sind, wobei sie ungeteilt sind
in (30) dem wahrhaft Guten, wobei sie in nichts irgendeinen Mangel haben, sondern sie haben Ruhe, indem
sie durch den Geist erfrischt werden. Und sie werden auf ihre Wurzel hören. Und sie werden beschäftigt
sein mit den (Dingen), (35) in denen er seine Wurzel finden wird, und er wird keinen Schaden an seiner
Seele leiden. Das ist der Ort der Seligen, das ist ihr Ort.
Die übrigen aber mögen (40) wissen, wo immer sie sind, daß es für mich nicht angemessen ist, ( 43.1) nachdem
ich am Ort der Ruhe war, über etwas anderes zu reden. Vielmehr ist der er, in dem ich sein werde, und (es
ist angemessen,) allezeit mit dem Vater (5) des Alls beschäftigt zu sein und den wahrhaften Brüdern, über
die sich ergießt die Liebe des Vaters und in deren Mitte kein Mangel an ihm ist. Sie sind diejenigen, die
in Erscheinung treten (10) in Wahrheit, da sie im wahren und ewigen Leben sind und von dem Licht sprechen,
das vollkommen ist und voll ist mit dem Samen des Vaters und (15) welches in seinem Herzen und im Pleroma
ist, wobei sein Geist in ihm jubelt und den einen ehrt, in dem er existierte, denn er ist gut. Und (20)
seine Kinder sind vollkommen und seines Namens würdig, denn er ist der Vater. Es sind die Kinder dieser
Art, die er liebt.
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