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Das Thomasevangelium

Das Thomasevangelium

Das Thomasevangelium ist eine Sammlung von Jesusworten, kurzen Szenen, die in einem Jesuswort gipfeln, und Dialogen. Diese sind ohne erzählerischen Rahmen und ohne erkennbares Ordnungsprinzip lose aneinandergereiht. Passions- und Auferstehungsgeschichten fehlen, so dass diese Schrift der Gattung nach kein Evangelium ist, sondern eine Spruchsammlung.

Sie gehört zu den so genannten "Apokryphen", die nicht in den Kanon des Neuen Testaments aufgenommen wurden. Kirchlichen Schriftstellern wie Hippolyt oder Origenes wurde sie erst im 3. Jahrhundert bekannt. Sie betrachteten sie als gnostische oder manichäische Schriften, lehnten sie also aus theologischen Gründen ab.

Das Thomasevangelium bietet als lose Spruchsammlung keine eigenständige Theologie, ist aber deutlich gnostisch beeinflußt. Gleichwohl ist seine Herkunft umstritten, weil es neben anderweitig nicht bezeugten angeblichen Aussprüchen Jesu auch aus dem Neuen Testament bekannte Jesusworte enthält, auch diese freilich mehr oder minder gnostisch überformt.
(Quelle: Wikipedia)

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(Prolog) Dies sind die geheimen Worte, die der lebendige Jesus sprach und die der Zwilling Judas Thomas niederschrieb.

(1) Und er sagte: Wer die Erklärung dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken.

(2) Jesus sagte: "Der Suchende soll nicht aufhören zu suchen, bis er findet. Und wenn er findet, wird er in Erschütterung geraten; und wenn er erschüttert ist, wird er in Verwunderung geraten, und er wird König über das All werden."

(3) Jesus sagte: "Wenn jene, die euch verführen, zu euch sagen: "Siehe, das Königreich ist im Himmel", so werden euch die Vögel des Himmels zuvorkommen. Sagen sie zu euch: "Es ist im Meer", so werden euch die Fische zuvorkommen. Aber das Königreich ist innerhalb von euch und außerhalb von euch. Wenn ihr euch erkennt, dann werdet ihr erkannt werden; und ihr werdet wissen, dass ihr die Söhne des lebendigen Vaters seid. Wenn ihr euch aber nicht erkennt, seid ihr in Armut, und ihr seid die Armut."

(4) Jesus sagte: "Der in seinen Tagen alte Mann wird nicht zögern, ein kleines Kind im Alter von sieben Tagen nach dem Ort des Lebens zu fragen, und er wird leben, denn viele Erste werden Letzte sein, und sie werden ein Einziger werden."

(5) Jesus sagte: "Erkenne, was vor deinem Angesicht ist, das, was dir verborgen ist. Es wird sich dir offenbaren, denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht geoffenbart wird."

(6) Seine Jünger fragten ihn; sie sagten zu ihm: "Willst du, dass wir fasten? Und auf welche Weise sollen wir beten und Almosen geben? Und welche Speisevorschriften sollen wir beachten?" Jesus sagte: "Lügt nicht! Und das, was ihr hasst, tut nicht. Denn enthüllt ist alles vor dem Himmel. Denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar werden wird, und es gibt nichts Verdecktes, das ohne Enthüllung bleiben wird."

(7) Jesus sagte: "Selig ist der Löwe, dieser, den der Mensch fressen wird. Und der Löwe wird Mensch werden. Und verabscheuungswürdig ist der Mensch, dieser, den der Löwe fressen wird. Und der Löwe wird Mensch werden."

(8) Und er sagte: "Der Mensch gleicht einem einsichtigen Fischer, diesem, der sein Netz ins Meer warf; er zog es wieder heraus aus dem Meer, als es voll war von kleinen Fischen. In ihrer Mitte fand der einsichtige Fischer einen großen Fisch, einen guten. Er warf alle kleinen Fische wieder weg hinunter in das Meer und wählte den großen Fisch ohne Zögern. Wer Ohren hat zu hören, möge hören!"

(9) Jesus sagte: "Siehe, es kam heraus der Sämann, er füllte seine Hand, er warf den Samen aus, einige Samenkörner fielen auf den Weg; es kamen die Vögel, pickten sie auf. Andere fielen auf den Felsen und sandten keine Wurzeln hinunter in die Erde und trieben keine Ähren in den Himmel. Und andere fielen auf die Dornen; sie erstickten den Samen und der Wurm fraß sie. Und andere fielen auf gute Erde. Sie brachte gute Frucht hervor. Sie kam auf 60 je Maß und 120 je Maß."

(10) Es sagte Jesus: "Ich habe Feuer auf die Welt geworfen und siehe, ich hüte es, bis die Welt lodert."

(11) Jesus sagte: "Dieser Himmel wird vergehen und der über ihm wird vergehen. Die Toten leben nicht und die Lebenden werden nicht sterben. In den Tagen, da ihr Totes aßet, machtet ihr es lebendig. Wenn ihr im Licht seid, was werdet ihr tun? An dem Tag, als ihr eins wart, wurdet ihr zwei. Wenn ihr aber zwei geworden seid, was werdet ihr dann tun?"

(12) Die Jünger sagten zu Jesus: "Wir wissen, daß du von uns gehen wirst. Wer ist es, der dann über uns groß sein wird?" Jesus sagte zu ihnen: "An dem Ort, an den ihr gekommen seid, werdet ihr zu Jakobus, dem Gerechten gehen, dessentwegen der Himmel und die Erde entstanden sind."

(13) Jesus sagte zu seinen Jüngern: "Vergleicht mich, sagt mir, wem ich gleiche. "Simon Petrus sagte zu ihm: "Du gleichst einem gerechten Engel." Matthäus sagte zu ihm: "Du gleichst einem Menschen, der ein verständiger Philosoph ist." Thomas sagte zu ihm: "Meister, auf keinen Fall wird es mein Mund ertragen können, dass ich sage, wem du gleichst!" Jesus sagte: "Ich bin nicht dein Meister, da du getrunken hast und trunken geworden bist von der sprudelnden Quelle, die ich zugemessen habe." Und er nahm ihn, er zog sich zurück und sagte ihm drei Worte. Als Thomas aber zu seinen Gefährten kam, fragten sie ihn: "Was hat Jesus dir gesagt?" Es sagte Thomas zu ihnen: "Wenn ich euch eines von den Worten sage, die er mir gesagt hat, dann werdet ihr Steine aufheben und nach mir werfen; und Feuer wird aus den Steinen kommen und euch verbrennen."

(14) Es sagte Jesus zu ihnen: "Wenn ihr fastet, werdet ihr euch eine Sünde schaffen. Wenn ihr betet, werdet ihr verurteilt werden. Und wenn ihr Almosen gebt, werdet ihr eurem Geiste etwas Schlechtes tun und damit euch schaden. Und wenn ihr 20 in irgendein Land geht und in den Gegenden wandelt, wenn man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzten wird; die Kranken unter ihnen, heilt sie. Denn was in euren Mund eingehen wird, wird euch nicht verunreinigen. Aber was aus eurem Mund herauskommt, das ist es, was euch verunreinigen wird."

(15) Jesus sagte: "Wenn ihr den seht, der nicht von einer Frau geboren ist, werft euch auf euer Antlitz nieder, betet ihn an. Jener ist euer Vater."

(16) Jesus sagte: "Vielleicht denken die Menschen, daß ich gekommen bin, um Frieden auf die Welt zu werfen, und sie wissen nicht, dass ich gekommen bin, um Spaltungen auf die Erde zu werfen, Feuer, Schwert, Krieg. Es werden nämlich fünf in einem Hause sein. Drei werden gegen zwei und zwei gegen drei sein, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater. Und sie werden als Einzelne dastehen."

(17) Jesus sagte: "Ich werde euch geben, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und was keine Hand berührt hat und was in keines Menschen Sinn gekommen ist."

(18) Die Jünger sagten zu Jesus: "Sage uns, in welcher Weise unser Ende sein wird!" Jesus sagte: "Habt ihr denn schon den Anfang entdeckt, daß ihr nach dem Ende fragt? An dem Ort, wo der Anfang ist, dort wird auch das Ende sein. Selig ist, wer am Anfang stehen wird. Und er wird auch das Ende erkennen und den Tod nicht schmecken."

(19) Jesus sagte: "Selig ist der, der war, bevor er wurde. Wenn ihr mir Jünger werdet und meine Worte hört, werden euch diese Steine dienen. Denn ihr habt fünf Bäume im Paradies, die sich im Sommer und im Winter nicht bewegen und deren Blätter niemals abfallen. Wer sie erkennen wird, wird den Tod nicht schmecken."

(20) Die Jünger sagten zu Jesus: "Sag uns, das Königreich der Himmel, wem gleicht es?" Er sagte zu ihnen: "Es gleicht einem Senfkorn. Es ist kleiner als alle Samen. Wenn es aber auf die Erde fällt, die man bearbeitet, treibt es einen großen Sproß und wird den Vögeln des Himmels zum Schutz sein."

(21) Maria sagte zu Jesus: "Deine Jünger, wem gleichen sie?" Er sagte: "Sie gleichen kleinen Kindern, die sich auf einem Feld niedergelassen haben, das ihnen nicht gehört. Wenn die Herren des Feldes kommen, werden sie sagen: "Überlaßt uns unser Feld!" Sie sind nackt vor ihnen, damit sie es ihnen überlassen und ihnen ihr Feld geben. Deswegen sage ich: Wenn der Hausherr weiß, dass der Dieb kommen wird, wird er wachen, bevor er kommt, und er wird ihn nicht einbrechen lassen in sein Haus seines Königreiches, damit er seine Sachen wegtrage. Ihr aber, wacht angesichts der Welt, gürtet eure Lende mit großer Kraft, damit die Räuber keinen Weg finden, zu euch zu kommen! Denn der Nutzen, nach dem ihr Ausschau haltet, wird gefunden werden.
Möge doch unter euch ein verständiger Mensch sein! Als die Frucht reifte, kam er eilends mit seiner Sichel in seiner Hand, er schnitt sie ab. Wer Ohren hat zu hören, möge hören."

(22) Jesus sah kleine Kinder, die gesäugt wurden. Er sagte zu seinen Jüngern: "Diese kleinen Kinder, die gesäugt werden, gleichen denen, die in das Königreich eingehen." Sie sagten zu ihm: "Werden wir, indem wir klein sind, in das Königreich eingehen?" Jesus sagte zu ihnen: "Wenn ihr die zwei zu einem macht und wenn ihr das Innere wie das Äußere macht und das Äußere wie das Innere und das Obere wie das Untere und wenn ihr das Männliche und das Weibliche zu einem einzigen macht, damit das Männliche nicht männlich ist und das Weibliche nicht weiblich ist, wenn ihr Augen macht statt eines Auges und eine Hand statt einer Hand und einen Fuß statt eines Fußes, ein Bild statt eines Bildes, dann werdet ihr in das Königreich eingehen."

(23) Jesus sagte: "Ich werde euch auswählen, einen unter tausend und zwei unter zehntausend; und sie werden als ein einziger dastehen."

(24) Seine Jünger sagten: "Zeige uns den Ort, an dem du bist, denn es ist für uns eine Notwendigkeit, nach ihm zu suchen." Er sagte zu ihnen: "Wer Ohren hat, möge hören. Es ist Licht im Inneren eines Lichtmenschen, und er erleuchtet die ganze Welt. Wenn er nicht leuchtet, ist Finsternis."

(25) Jesus sagte: "Liebe deinen Bruder wie deine Seele, hüte ihn wie deinen Augapfel."

(26) Jesus sagte: "Den Splitter im Auge deines Bruders siehst du, den Balken in deinem Auge aber siehst du nicht. Wenn du den Balken aus deinem Auge herausziehst, dann wirst du genug sehen, um auch den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen."

(27) Jesus sagte: "Wenn ihr nicht fastet angesichts der Welt, werdet ihr das Königreich nicht finden. Wenn ihr den Sabbat nicht als Sabbat begeht, werdet ihr den Vater nicht sehen."

(28) Jesus sagte: "Ich stand in der Mitte der Welt, und ich erschien ihnen im Fleisch. Ich fand sie alle trunken, ich fand nicht einen unter ihnen, der durstig war. Und meine Seele litt Schmerz über die Söhne der Menschen; denn sie sind blind in ihrem Herzen, und sie sehen nicht, daß sie leer in die Welt gekommen sind und wiederum leer aus der Welt zu kommen trachten. Nun zwar sind sie betrunken. Wenn sie aber ihren Wein abgeschüttelt haben, dann werden sie umkehren."

(29) Jesus sagte: "Wenn das Fleisch wegen des Geistes entstanden ist, ist es ein Wunder. Wenn aber der Geist wegen des Körpers entstanden ist, ist es ein Wunder der Wunder. Aber ich wundere mich darüber, wie dieser große Reichtum in dieser Armut Wohnung genommen hat."

(30) Jesus sagte: "Wo drei Götter sind, sind sie Götter; wo zwei oder einer sind, ich bin mit ihm."

(31) Jesus sagte: "Kein Prophet ist willkommen angenommen in seinem Dorf. Kein Arzt heilt die, die ihn kennen."

(32) Jesus sagte: "Eine Stadt, die man auf einem hohen Berg erbaut, wobei sie befestigt ist, kann nicht fallen noch wird sie verborgen sein können."

(33) Jesus sagte: "Das, was du mit deinem einen Ohr und mit dem anderen Ohr hören wirst, verkündige auf euren Dächern. Denn niemand zündet eine Lampe an und stellt sie unter den Scheffel noch stellt er sie an einen verborgenen Ort, sondern er setzt sie auf den Leuchter, damit alle, die hereinkommen und die hinausgehen, ihr Licht sehen."

(34) Jesus sagte: "Wenn ein Blinder einen Blinden führt, fallen sie beide hinunter in eine Grube."

(35) Jesus sagte: "Es ist unmöglich, dass jemand in das Haus des Starken hineingeht und es gewaltsam in Besitz nimmt, es sei denn, er binde zuvor seine Hände. Dann wird er sein Haus umdrehen."

(36) Jesus sagte: "Sorgt euch nicht vom Morgen bis zum Abend und vom Abend bis zum Morgen, was ihr anziehen werdet!"

(37) Seine Jünger sagten: "An welchem Tag wirst du uns offenbaren und an welchem Tag werden wird dich sehen?" Jesus sagte: "Wenn ihr eure Scham ablegt und eure Kleider nehmt, sie unter eure Füße legt, wie die kleinen Kinder, und sie zertretet, dann werdet ihr den Sohn des Lebendigen sehen, und ihr werdet euch nicht fürchten."

(38) Jesus sagte: "Oftmals habt ihr gewünscht, diese Worte zu hören, diese, die ich euch sage, und ihr habt niemanden sonst, um sie von ihm zu hören. Es werden Tage kommen, wo ihr mich suchen und nicht finden werdet."

(39) Jesus sagte: "Die Pharisäer und die Schriftgelehrten haben die Schlüssel der Erkenntnis empfangen; sie versteckten sie. Sie sind selbst nicht hineingegangen, und die hineingehen wollten, ließen sie aber auch nicht. Ihr aber, werdet klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben."

(40) Jesus sagte: "Ein Weinstock ist außerhalb des Vaters gepflanzt worden; und da er ohne Kraft ist, wird er samt seiner Wurzel ausgerissen werden und zugrunde gehen."

(41) Jesus sagte: "Wer etwas in seiner Hand hat, dem wird gegeben werden; wer nicht hat, dem wird auch das Wenige, das er hat, weggenommen werden."

(42) Jesus sagte: "Werdet Vorübergehende!"

(43) Seine Jünger sagten zu ihm: "Wer bist du, der du uns dies sagst?" Jesus sagte zu ihnen: "Durch das, was ich euch sage, versteht ihr nicht, wer ich bin. Vielmehr seid ihr aber den Juden gleich geworden, denn sie lieben den Baum, sie hassen seine Frucht, oder sie lieben die Frucht, sie hassen den Baum."

(44) Jesus sagte: "Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den Heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel."

(45) Es sagte Jesus: "Man erntet nicht Trauben von Dornensträuchern, noch pflückt man Feigen von Kameldisteln; denn sie geben keine Frucht. Ein guter Mensch bringt hervor Gutes aus seinem Schatze; ein schlechter Mensch bringt Schlechtes aus seinem schlechten Schatz hervor, der in seinem Herzen ist, und sagt Schlechtes, denn aus dem Überfluss des Herzens bringt er Schlechtes hervor."

(46) Es sagte Jesus: "Von Adam bis Johannes dem Täufer gibt es unter den von Frauen Geborenen keinen Höheren als Johannes den Täufer; denn seine Augen werden nicht brechen. Ich aber habe gesagt: "Wer unter euch klein sein wird, der wird das Königreich erkennen und wird größer sein als Johannes."

(47) Jesus sagte: "Es ist unmöglich, dass ein Mensch zwei Pferde besteigt oder zwei Bögen spannt; und es ist unmöglich, dass ein Diener zwei Herren dient oder er wird den einen ehren und den anderen schlecht behandeln. Niemand trinkt alten Wein und begehrt sofort, neuen Wein zu trinken; und man gießt nicht neuen Wein in alte Schläuche, damit sie nicht zerreißen; und man gießt nicht alten Wein in einen neuen Schlauch, damit er ihn nicht verdirbt. Man näht nicht einen alten Lappen auf ein neues Kleid, weil ein Riss entstehen würde; denn es würde sonst reißen."

(48) Jesus sagte: "Wenn zwei miteinander Frieden schließen und halten im gleichen Haus, werden sie zum Berg sagen: "Hebe dich hinweg!" Und er wird sich hinwegbewegen."

(49) Jesus sagte: "Selig sind die Einzelnen und Auserwählten, denn ihr werdet das Königreich finden; denn ihr stammt aus ihm und aufs Neue werdet ihr dorthin gehen."

(50) Jesus sagte: "Wenn man zu euch sagt: "Woher seid ihr gekommen?", sagt zu ihnen: "Wir sind aus dem Licht gekommen, dem Ort, wo das Licht durch sich selbst geworden ist. Es befestigte sich selbst, und es erschien in ihrem Bild. Wenn man zu euch sagt: "Wer seid ihr?", sagt: "Wir sind seine Söhne und wir sind die Auserwählten des lebendigen Vaters." Wenn man euch fragt: "Was ist das Zeichen eures Vater in euch?", sagt zu ihnen: "Bewegung ist es und Ruhe." 

(51) Seine Jünger sagten zu ihm: "An welchem Tag wird die Ruhe der Toten eintreten? Und an welchem Tag wird die neue Welt kommen?" Er sagte zu ihnen: "Jene Ruhe, nach der ihr Ausschau haltet, ist bereits gekommen, aber ihr erkennt sie nicht."

(52) Seine Jünger sagten zu ihm: "Vierundzwanzig Propheten haben in Israel gesprochen, und alle haben gesprochen von dir." Er sagte zu ihnen: "Ihr habt den, der in eurer Gegenwart lebt, außer Acht gelassen, und ihr habt von den Toten gesprochen."

(53) Seine Jünger sagten zu ihm: "Nützt die Beschneidung oder nicht?" Er sagte zu ihnen: "Wenn sie nützlich wäre, würde ihr Vater sie aus ihrer Mutter beschnitten zeugen. Aber die wahre Beschneidung im Geiste hat vollen Nutzen gefunden."

(54) Jesus sagte: "Selig sind die Armen, denn euer ist das Königreich der Himmel."

(55) Jesus sagte: "Wer nicht seinen Vater haßt und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht haßt und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein."

(56) Jesus sagte: "Wer die Welt erkannt hat, hat einen Leichnam gefunden. Und wer einen Leichnam gefunden hat, dessen ist die Welt nicht würdig."

(57) Jesus sagte: "Das Königreich des Vaters gleicht einem Menschen, der einen guten Samen hatte. Sein Feind kam während der Nacht und säte Unkraut unter den guten Samen. Der Mann ließ sie das Unkraut nicht ausreißen. Er sagte zu ihnen: "Auf daß ihr nicht hingeht, das Unkraut auszureißen, und den Weizen mit ihm ausreißt. Denn am Tag der Ernte werden die Unkrautpflanzen offenbar werden, sie werden ausgerissen und verbrannt werden."

(58) Jesus sagte: "Selig ist der Mensch, der sich abmühte; er hat das Leben gefunden."

(59) Jesus sagte: "Blickt auf den Lebendigen, solange ihr lebt, damit ihr nicht sterbt und ihn dann zu sehen sucht und nicht werdet sehen können!"

(60) Sie sahen einen Samaritaner, der ein Lamm trug, als er nach Judäa ging. Er sagte zu seinen Jüngern: "Der um das Lamm?" Sie sagten zu ihm: "Um es zu töten und zu essen." Er sagte zu ihnen: "Solange es lebt, wird er es nicht essen, sondern nur wenn er es getötet hat und es ein Leichnam geworden ist."
Sie sagten: "Auf andere Weise wird er es nicht machen können." Er sagte zu ihnen: "Sucht auch ihr selbst einen Ort für euch zur Ruhe, damit ihr nicht zu Leichnamen werdet und gegessen werdet!"

(61) Jesus sagte: "Zwei werden ruhen auf einem Bett. Der eine wird sterben, der andere wird leben." Salome sagte: "Wer bist du, Mensch? Du bist auf mein Bett gestiegen und hast von meinem Tisch gegessen." Jesus sagte zu ihr: "Ich bin der, der entstanden ist aus dem, was gleich ist. Man gab mir von dem, was meines Vaters ist." Salome sagte: "Ich bin deine Jüngerin." Jesus sagte zu ihr: "Deshalb sage ich: Wenn es gleich ist, wird es sich mit Licht füllen werden, wenn es getrennt ist, wird es sich mit Finsternis füllen."

(62) "Denen, die meiner Geheimnisse würdig sind, sage ich meine Geheimnisse. Was deine rechte Hand tun wird, deine linke soll nicht wissen, was sie tut."

(63) Jesus sagte: "Es war ein reicher Mann, der viel Vermögen hatte. Er sagte: Ich werde mein Vermögen verwenden, um zu säen, zu ernten, zu pflanzen und meine Scheunen mit Frucht zu füllen, damit mir nichts fehle. Das ist es, was er dachte in seinem Herzen. Und in jener Nacht starb er. Wer Ohren hat, möge hören."

(64) Jesus sagte: "Ein Mann hatte Gäste, und als er das Abendessen breitet hatte, schickte er seinen Diener, damit er die Gäste einlade. Er ging zum ersten; er sagte zu ihm: Mein Herr lädt dich ein. Er sagte: Ich habe Geldforderungen an Kaufleute. Sie kommen zu mir am Abend, ich werde gehen und ihnen Anweisungen geben. Ich entschuldige mich für das Abendessen. Er ging zu einem anderen, er sagte zu ihm: Mein Herr hat dich eingeladen. Er sagte zu ihm: Ich habe ein Haus gekauft, und man verlangt nach mir für einen Tag. Ich werde keine Zeit haben. Er kam zu einem anderen; er sagte ihm: Mein Herr lädt dich ein. Er sagte zu ihm: Mein Freund wird Hochzeit feiern, und ich werde das Festmahl ausrichten. Ich werde nicht kommen können. Ich entschuldige mich. Er ging zu einem anderen, er sagte zu ihm: Mein Herr lädt dich ein. Er sagte zu ihm: Ich habe ein Dorf. Ich gehe, um die Pacht zu holen. Ich werde nicht kommen können. Ich entschuldige mich. Der Diener kam zurück; er sagte zu seinem Herrn: Die, die du zum Abendessen eingeladen hast, haben sich entschuldigt. Der Herr sagte zu seinem Diener: Geh hinaus auf die Straßen! Bringe die, die du finden wirst, damit sie am Abendessen teilnehmen! Die Käufer und die Händler werden nicht in die Orte meines Vaters eingehen."

(65) Er sagte: "Ein gütiger Mann hatte einen Weinberg. Er gab ihn Landarbeitern, damit sie ihn bearbeiteten und damit er seine Frucht von ihnen erhalte. Er schickte seinen Diener, damit die Landarbeiter ihm die Ernte seines Weinberges gäben. Sie ergriffen seinen Diener, schlugen ihn; beinahe hätten sie ihn getötet. Der Diener ging; er sagte es seinem Herrn. Sein Herr sagte: "Vielleicht haben sie ihn nicht erkannt." Er schickte einen anderen Diener. Die Landarbeiter aber schlugen auch den anderen. Darauf schickte der Herr seinen Sohn. Er sagte: "Vielleicht werden sie sich vor meinem Sohn scheuen. Jene Landarbeiter, da sie wussten, dass er der Erbe des Weinbergs war, ergriffen sie ihn, sie töteten ihn. Wer Ohren hat, möge hören."

(66) Jesus sagte: "Zeig mir den Stein, diesen, den die Bauleute verworfen haben! Er ist der Eckstein."

(67) Jesus sagte: "Wer das All erkennt, wobei er sich aber selbst verfehlt, verfehlt das Ganze."

(68) Jesus sagte: "Ihr seid selig, wenn sie euch hassen und euch verfolgen, und sie werden keinen Platz finden an dem Ort, an dem sie euch verfolgen."

(69) (25) Jesus sagte: "Selig sind sie, die in ihrem Herzen verfolgt worden sind. Diese sind es, die den Vater in Wahrheit erkannt haben. Selig sind die Hungrigen, denn der Bauch dessen, der es wünscht, wird gesättigt werden."

(70) Jesus sagte: "Wenn ihr jenes in euch hervorbringt, wird euch das, was ihr habt, erretten. Wenn ihr jenes nicht in euch habt, wird das, was ihr nicht in euch habt, euch töten."

(71) Jesus sagte: "Ich werde dieses Haus zerstören, und niemand wird in der Lage sein, es wieder aufzubauen."

(72) Ein Mann sagte zu ihm: "Sage meinen Brüdern, dass sie die Sachen meines Vaters mit mir teilen sollen." Er sagte zu ihm: "Oh Mensch, wer hat mich zu einem Teiler gemacht?" Er wandte sich an seine Jünger; er sagte zu ihnen: "Bin ich denn ein Teiler?"

(73) Jesus sagte: "Die Ernte ist zwar reichlich, die Arbeiter aber sind wenig. Bittet aber den Herrn, daß er Arbeiter aussende zur Ernte."

(74) Er sagte: "Oh Herr, es sind viele um die Zisterne herum, es ist aber niemand in der Zisterne."

(75) Jesus sagte: "Viele stehen an der Tür; die Einzelnen jedoch sind es, die in das Brautgemach eingehen werden."

(76) Jesus sagte: "Das Königreich des Vaters gleicht einem Kaufmann, der eine Warenladung hat und der eine Perle fand. Jener Kaufmann war klug; er gab er die Warenladung weg und kaufte sich allein die Perle. Ihr auch, sucht nach seinem Schatz, der nicht aufhört zu bestehen, dort, wohin keine Motte kommt, um zu fressen, und kein Wurm etwas verdirbt!"

(77) Jesus sagte: "Ich bin das Licht, dieses, das über allen ist. Ich bin das All; das All ist aus mir herausgekommen. Und das All ist zu mir gelangt. Spaltet ein Holzstück, ich bin da. Hebt den Stein auf und ihr werdet mich dort finden."

(78) Jesus sagte: "Weshalb seid ihr auf das Feld hinausgegangen? Um ein Schilfrohr zu sehen, das vom Wind bewegt wird? Um einen Menschen zu sehen, der weiche Kleider trägt wie eure Könige und eure Mächtigen? Diese sind es, die weiche Kleider tragen, und sie werden nicht in der Lage sein, die Wahrheit zu erkennen."

(79) Es sagte zu ihm eine Frau aus der Menge: "Selig der Mutterleib, der dich getragen hat, und die Brüste, die dich ernährt haben." Er sagte zu ihr: "Selig, die das Wort des Vaters gehört und es in Wahrheit gehütet haben. Denn es werden Tage kommen, dass ihr sagt: Selig der Mutterleib, der nicht empfangen hat und die Brüste, die keine Milch gaben."

(80) Jesus sagte: "Wer die Welt erkannt hat, hat den Leib gefunden. Wer aber den Leib gefunden hat, dessen ist die Welt nicht würdig."

(81) Jesus sagte: "Wer reich geworden ist, möge herrschen. Und wer Macht hat, möge darauf verzichten."

(82) Jesus sagte: "Wer mir nahe ist, ist dem Feuer nahe. Und wer mir fern ist, ist dem Königreich fern."

(83) Jesus sagte: "Die Bilder sind dem Menschen offenbar; und das Licht, das in ihnen ist, ist verborgen durch das Bild des Lichtes des Vaters. Er wird sich offenbaren, und sein Bild ist verborgen durch sein Licht."

(84) Jesus sagte: "Heute, da ihr euer Ebenbild seht, freut ihr euch. Wenn ihr aber eure Ebenbilder seht, die vor euch entstanden sind, weder sterben sie, noch sind sie offenbar, wieviel werdet ihr ertragen?"

(85) Jesus sagte: "Adam war aus einer großen Kraft und einem großen Reichtum entstanden, und er wurde dennoch euer nicht würdig; denn wenn er würdig geworden wäre, hätte er den Tod nicht geschmeckt."

(86) Jesus sagte: "Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel haben ihr Nest. Der Sohn des Menschen aber hat keinen Ort, seinen Kopf niederzulegen und sich auszuruhen."

(87) Jesus sagte: "Erbärmlich ist der Körper, der von einem Körper abhängt. Erbärmlich ist die Seele, die von beiden abhängt."

(88) Jesus sagte: "Die Engel werden zu euch kommen zusammen mit den Propheten, und sie werden euch geben, was euch gehört. Und auch ihr, gebt ihnen, was in euren Händen ist, und sagt euch: An welchem Tage werden sie kommen und das ihre empfangen?"

(89) Jesus sagte: "Weshalb wascht ihr die Außenseite des Bechers? Erkennt ihr nicht, dass der, der die Innenseite schuf, auch der ist, der die Außenseite schuf?"

(90) Jesus sagte: "Kommt her zu mir, denn sanft ist mein Joch und meine Herrschaft ist mild, und ihr werdet Ruhe für euch finden!"

(91) Sie sagten zu ihm: "Sag uns, wer du bist, damit wir an dich glauben." Er sagte zu ihnen: "Ihr prüft das Antlitz des Himmmels und der Erde, und den, der vor euch ist , habt ihr nicht erkannt, und diesen Augenblick wißt ihr nicht zu prüfen?"

(92) Jesus sagte: "Sucht, und ihr werdet finden. Aber das, wonach ihr mich in diesen Tagen fragtet, sagte ich euch an jenem Tag nicht. Jetzt will ich es sagen, und ihr fragt mich nicht danach."

(93) Jesus sagte: "Gebt das Heilige nicht den Hunden, damit sie es nicht auf den Misthaufen werfen! Werft keine Perlen vor die Säue, damit sie es nicht machen."

(94) Jesus sagte: "Wer sucht, wird finden. Und wer anklopft, dem wird geöffnet werden."

(95) [Jesus sagte]: "Wenn ihr Geld habt, verleiht es nicht mit Zinsen, sondern gebt es dem, von dem ihr es nicht zurück bekommen werdet."

(96) Jesus sagte: "Das Königreich des Vaters gleicht einer Frau. Sie nahm ein wenig Sauerteig; sie verbarg ihn im Mehl, und sie hat ihn zu großen Broten gemacht. Wer Ohren hat, möge hören."

(97) Jesus sagte: "Das Königreich des Vaters gleicht einer Frau, die ein Krug voll Mehl trägt. Während sie einen weiten Weg ging, brach der Henkel des Kruges. Das Mehl strömte hinter ihr auf den Weg. Aber sie merkte es nicht, sie hatte kein Unheil wahrgenommen. Als sie zu ihrem Haus gelangt war, stellte sie den Krug nieder. Sie fand ihn leer vor."

(98) Jesus sagte: "Das Königreich des Vaters gleicht einem Menschen, der einen mächtigen Mann töten wollte. Er zog das Schwert in seinem Haus. Er stieß es in die Wand, um zu erkennen, ob seine Hand stark genug wäre. Dann tötete er den Mächtigen."

(99) Die Jünger sagten zu ihm: "Deine Brüder und deine Mutter stehen draußen." Er sagte zu ihnen: "Diese hier, die den Willen meines Vaters tun, sind meine Brüder und meine Mutter. Sie sind es, die in das Königreich meines Vaters eingehen werden."

(100) Sie zeigten Jesus ein Goldstück und sagten zu ihm: "Die zum Kaiser Gehörigen verlangen von uns die Steuern." Er sagte zu ihnen: "Gebt, was des Kaisers ist, dem Kaiser! Gebt, was Gottes ist, Gott. Und das, was mein ist, gebt es mir!"

(101) Jesus sagte: "Wer seinen Vater nicht haßt und seine Mutter wie ich, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seinen Vater nicht liebt und seine Mutter wie ich, wird mir nicht Jünger sein können. Denn meine Mutter, aber meine wahre Mutter gab mir das Leben."

(102) Jesus sagte: "Wehe den Pharisäern! Sie gleichen einem Hunde, der auf der Futterkrippe für Ochsen liegt. Denn weder frißt er noch läßt er die Rinder fressen."

(103) Jesus sagte: "Selig der Mensch, der weiß, an welcher Stelle die Räuber hereinkommen werden, damit er sich erhebe, seine [...]heit sammle und sich gürte um die Hüften, bevor sie hereinkommen."

(104) Sie sagten zu ihm: "Komm, laß uns heute beten und fasten." Jesus sagte: "Was ist denn die Sünde, die ich begangen habe? Oder worin waren sie mir überlegen? Wenn aber der Bräutigam aus dem Brautgemach kommt, dann sollen sie fasten und beten."

(105) Jesus sagte: "Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird 'Sohn der Hure' genannt werden."

(106) Jesus sagte: "Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: 'Berg, hebe dich hinweg!', wird er sich umdrehen."

(107) Jesus sagte: "Das Königreich gleicht einem Hirten, der hundert Schafe hatte. Eines unter ihnen verirrte sich, es war das größte. Er ließ die 99 zurück; er suchte nach diesem einen, bis er es fand. Nachdem er sich abgemüht hatte, sagte er zu dem Schaf: Ich liebe dich mehr als die 99."

(108) Jesus sagte: "Wer von meinem Mund trinken wird, wird werden wie ich; ich selbst werde er werden, und die verborgenen Dinge werden sich ihm offenbaren."

(109) Jesus sagte: "Das Königreich gleicht einem Menschen, der auf seinem Acker einen verborgenen Schatz hat, von dem er nichts weiß. Und nachdem er gestorben war, hinterließ er ihn seinem Sohn. Der Sohn wußte auch nichts von dem Schatz. Er nahm jenen Acker und verkaufte ihn. Und der, welcher ihn gekauft hatte, kam pflügen und fand den Schatz. Er begann, denen Geld auf Zinsen auszuleihen, die er wollte."

(110) Jesus sagte: "Wer die Welt gefunden hat und reich geworden ist, möge der Welt entsagen."

(111) Jesus sagte: "Die Himmel werden sich ausrollen, ebenso die Erde in eurer Gegenwart. Und wer lebt aus dem Lebendigen, wird den Tod nicht schauen und auch nicht Furcht." Jesus sagt: "Wer sich selbst findet, dessen ist die Welt nicht würdig."

(112) Jesus sagte: "Wehe dem Fleisch, diesem, das von der Seele abhängt. Wehe der Seele, dieser, die vom Fleisch abhängt."

(113) Seine Jünger sagten zu ihm: "Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?" Jesus sagte: "Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: "Siehe hier oder siehe dort", sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht."

(114) Simon Petrus sagte zu ihnen: "Maria soll von uns gehen. Denn die Frauen sind des Lebens nicht würdig!"
Jesus sagte: "Siehe, ich werde sie ziehen, damit ich sie männlich mache, damit auch sie zu einem lebendigen Geist werden, der euch Männern gleicht. Denn jede Frau, wenn sie sich männlich machen wird, wird in das Königreich der Himmel eingehen."

Nachwort:
"Das hat Er doch sicher nicht so gesagt."
Oder:
"Bist Du sicher, dass Du das richtig übersetzt hast?"
Oder:
"Wie ist denn dieser Vers gemeint?"
Oder:
"Aber im Neuen Testament steht doch, ...; wie passt das zusammen?"
Es war nicht des Meisters Intention, bei allen Leuten "gut" anzukommen, von jedem sofort "verstanden" zu sein. Er wollte seine Zuhörer auf den "Weg" bringen. Wo nötig, hat er schockiert - nie verletzt. Er wollte aufrütteln, er wollte den Geist in Bewegung bringen. Er hat Samen gesät, die manchmal erst Stunden oder Lebzeiten später aufgegangen sind. Deshalb wollte ich auch kein Buch schrieben, das den Meister erklärt; sondern ich wollte Seine Wort weitergeben, so genau ich es nur kann.

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